Maßnahmen zum Klimaschutz
Was sind SDGs?
Im Herbst 2015 haben alle 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen die Agenda 2030 und ihre 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung verabschiedet. Die Agenda bildet einen globalen Handlungsrahmen für uns Menschen und den Planeten. Den Kern der Vereinbarung bilden die 17 SDGs (Sustainable Development Goals), die die Bereiche aufführen, in denen nachhaltige Entwicklung gestärkt und verankert werden muss. Das Schokoladenmuseum möchte einen Beitrag zur Erreichung der 17 Ziele leisten. Man findet sie daher alle in unserer Dauerausstellung integriert.
Hochwertige Bildung
Von besonderer Bedeutung ist das Ziel „Hochwertige Bildung“, da es die Grundlage für das Erreichen aller anderen Ziele darstellt. Das Schokoladenmuseum hat sich daher als Bildungsort für nachhaltige Entwicklung (BNE) zertifizieren lassen. Das Ziel von BNE ist es, über ökonomische, ökologische und soziale Zusammenhänge zu informieren. Dadurch sollen Menschen befähigt werden, verantwortungsvoll zu entscheiden und zu handeln. BNE ist daher fester Bestandteil des Museumsleitbildes und die Grundlage unserer pädagogischen Arbeit. In unseren Bildungsangeboten und in der Ausstellung werden unsere Museumsgäste über die Arbeits- und Lebensbedingungen der Kakaobäuerinnen und -bauern informiert. Wir erläutern die ökologischen Folgen des Kakaoanbaus und das weiterhin ungelöste Problem der ausbeuterischen Kinderarbeit.
17 Ziele - Ziele für Nachhaltige Entwicklung - Agenda 2030 der UN
Klimakommunikation im Schokoladenmuseum
Als zertifizierte Bildungsstätte für nachhaltige Entwicklung sind die Themen Klimawandel und der Erhalt von Ökosystemen für uns zentrale Inhalte in unserer Ausstellung und in allen Programmen.
Neben unserem Engagement für BNE möchten wir als Institution aber auch mit gutem Beispiel vorangehen. Daher ergreifen wir verschiedene Maßnahmen innerhalb einer hauseigenen CO₂-Minderungsstrategie. Die Maßnahmen werden offen kommuniziert und im Nachhaltigkeitsbericht ausführlich beschrieben.
Beispiel für konkrete Maßnahmen im Museumsbetrieb sind:
Energieversorgung: Der Strombedarf des Schokoladenmuseums wird vollständig über einen Ökostromtarif gedeckt. Die Stromlieferung basiert auf Herkunftsnachweisen für erneuerbare Energien; entsprechende Nachweise liegen vor (Greenbookmanagement).
Ressourcenschonung: Im Shop und im Café setzen wir auf Verpackungen, die aus FSC-zertifiziertem Papier oder Karton hergestellt wurden.
Zusätzlicher Kompensation von Emissionen: Das Schokoladenmuseum Köln unterstützt in Kooperation mit Plant-for-the-Planet externe Wiederaufforstungsprojekte. Diese Unterstützung wird getrennt von der eigenen Treibhausgasbilanz dargestellt und nicht als Ausgleich eigener Emissionen oder zur Begründung von Klimaneutralität verwendet. Die für die Kompensation erforderliche Bestandsaufnahme der Emissionen erfolgte nach den anerkannten Prinzipien des Greenhouse Gas Protocol (GGP).
Internationale Tagung 2025
Das Schokoladenmuseum organisiert gemeinsam mit dem „SÜDWIND Institut“ die Konferenz „Preischaos auf dem Kakaomarkt – Interessenkonflikte – Raum für Veränderungen?“.
Der Kakaopreis blieb mehr als 10 Jahre lang relativ stabil. Volle Lagerbestände, verlässliche Ernteprognosen und niedrige Preise sorgten nicht für Nervosität, selbst wenn Kakao in Ghana und Côte d'Ivoire gekauft wurde, der noch nicht einmal auf den Bäumen gewachsen war. Eine unterdurchschnittliche Ernte 2022/23 war verkraftbar – das nächste Jahr würde das sicher wieder ausgleichen! Aber auch die Ernte 2023/24 fiel sowohl in Ghana als auch in Côte d'Ivoire unerwartet schlecht aus. Letztendlich lag die weltweite Kakaoernte um 11 % unter dem Vorjahresniveau. Die Märkte reagierten nervös, und der Preis stieg – um 100, 200, sogar 300 Prozent. Der inflationsbereinigte Preis war seit Jahrzehnten nicht mehr so hoch gewesen. Die chaotische Preisentwicklung erschwert die Arbeit in der Branche. Ist das die neue Realität – oder sehen wir nur eine Seite der Medaille? Welche Zukunftsszenarien sind möglich?
Kooperation mit Plant-for-the-Planet verlängert!
Die Kinder- und Jugendinitiative „Plant-for-the-Planet“ ist ein langjähriger Partner des Schokoladenmuseums. In den ersten Jahren der Partnerschaft unterstützte das Museum ein Baumpflanzprojekt in Mexiko. Die Renaturierung von Wäldern ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die einen langfristigen und ganzheitlichen Ansatz erfordert. Ab 2026 unterstützen wir daher ein neues Projekt im wichtigen Kakaoanbauland Ghana. Dort wird unter anderem untersucht, wie geschädigte Wälder großflächig wiederhergestellt und verschwundene Arten zurückgebracht werden können, welche Methoden in verschiedenen Ökosystemen am wirksamsten sind, und wie Wälder den Herausforderungen der Klimakrise standhalten können.
Tropenwaldstiftung OroVerde
Bereits seit vielen Jahren kooperiert das Schokoladenmuseum mit der Tropenwaldstiftung OroVerde in Bonn. Seit 2012 unterstützt das Schokoladenmuseum mit dem Verkauf von Schokolade aus einem „historischen“ Schokoladenautomaten in der kulturgeschichtlichen Ausstellung die Arbeit der Stiftung. Dieser Automat ist die funktionstüchtige Nachbildung eines historischen Stollwerck-Automaten von 1907. Er wurde zur Eröffnung des Museums vor über 30 Jahren gebaut. In ihren Projekten wird Kakao gemeinsam mit anderen Bäumen und Sträuchern in Agroforstsystemen angebaut. Diese Anbauform kann zur Bodenfruchtbarkeit und zum Wasserrückhalt beitragen. Ziel ist es, den Druck auf Waldflächen zu verringern und Lebensräume für zahlreiche Tierarten zu erhalten. Nach Angaben von OroVerde unterstützt das Programm zudem die Einkommensmöglichkeiten der beteiligten Kakaobäuerinnen und Kakaobauern.
Forum nachhaltiger Kakao
Das Schokoladenmuseum ist seit 2012 Mitglied im Forum Nachhaltiger Kakao, ein Zusammenschluss von Bundesministerien, Unternehmen der Süßwarenindustrie, des Handels und der Zivilgesellschaft. Gemeinsam verfolgen sie als sogenannte Multistakeholder-Initiative das Ziel, die Lebensumstände der kakaoanbauenden Familien zu verbessern und zu einem gesicherten Lebensunterhalt beizutragen. Zudem sollen die natürlichen Ressourcen und die Biodiversität in den Anbauländern geschont und erhalten werden, sowie die Vermarktung des Kakaos erhöht werden. Dafür engagieren sich die Mitglieder des Forums in enger Zusammenarbeit mit den Regierungen der kakaoproduzierenden Länder. Durch die Teilnahme an Arbeitsgruppen des Forums bringt sich das Schokoladenmuseum in die laufenden Diskussionen ein.