Ausstellung Zeitreise des Kakaos

„De Bono et Malo: Schokolade als Gut oder Übel in lateinischen Texten der Frühen Neuzeit!“

26. Februar 2026 um 18.30 Uhr im Schokoladenmuseum Köln

Vorträge in Zusammenarbeit mit dem Institut für Altertumskunde der Universität zu Köln

Im Rahmen der Neugestaltung der Kulturgeschichtsabteilung im Schokoladenmuseum kam es zu einer sehr spannenden Kooperation mit dem Institut für Altertumskunde der Universität zu Köln. Ziel dieses Projekts war die Auffindung, Übersetzung und Kommentierung lateinischer Quellentexte zur Geschichte von Kakao und Schokolade, insbesondere mit Blick auf Mexiko und ihre Rezeption im frühneuzeitlichen Europa. Aus Sicht des Museums ist es nicht übertrieben zu sagen, dass in diesem Projekt ein paar “Schätze” gehoben wurden, die für die inhaltliche Gestaltung der Ausstellung von größtem Wert waren. Eine Vielzahl von unterschiedlichsten Texten aus einem Zeitraum von über 300 Jahren wurden zum Teil zum ersten Mal ins Deutsche übersetzt und so zugänglich gemacht. Da in der Ausstellung aber nur Bruchteile der gefundenen Originalquellen in die Gestaltung aufgenommen werden konnten, freuen wir uns sehr, Gastgeber eines Vortragsabends sein zu dürfen, in welchem ein Einblick in die Vielzahl an gefundenen Quellentexten geboten wird. Nach einer kurzen Einführung durch die Projektbeteiligten des Schokoladenmuseums freuen wir uns auf Vorträge von Frau Prof. Dr. Anja Bettenworth, Herrn Prof. Dr. Peter Schenk und Sven Johannes M.A. Anschließen wird sich ein kurzer Rundgang durch die neue kulturgeschichtliche Ausstellung des Museums. Zum Ausklang der Veranstaltung organisiert das Schokoladenmuseum eine kleine thematisch passende Verkostung.

Sven Johannes M.A. Kakao und Schokolade als biologischer und medizinischer Forschungsgegenstand

Am Siegeszug der Schokolade als Konsumgut in der sog. „Alten Welt“ entfachten sich hitzig ausgetragene Debatten. War ihr Genuss als Therapeutikum – oder vielleicht doch eher als Gift? – zu begreifen? Das Bemühen um eine naturwissenschaftliche Systematisierung wurde zudem oftmals zugleich kulturtheoretisch aufgeladen: Dabei wurden die Gesellschaften Amerikas als in einem “goldenen Zeitalter” und mit natürlicher Moral lebend der verdorbenen europäischen Gesellschaft gegenübergestellt.

Prof. Dr. Anja Bettenworth Kakao und Schokolade in christlichen Texten

Die neuen Genussmittel Kakao und Schokolade wurden auch in das religiöse Weltbild Europas eingeordnet. Dies geschah teils in theologischen Schriften, teils in Lehrgedichten in Hexametern, dem seit der Antike höchstangesehenen Versmaß, welches auch in Heldenepen verwendet wurde. Ist dies ein Hinweis darauf, wieviel Wertschätzung der Schokolade in Europa entgegengebracht wurde?

Prof. Dr. Peter Schenk Ein neuer Text zu Kakao und Schokolade: der Cortesius

Zum ersten Mal ins Deutsche übersetzt und wissenschaftlich kommentiert wird am Institut für Altertumskunde das Epos „Cortesius“ des Gianbattista Marieni, das 1729 in Venedig gedruckt wurde. Das dritte Buch ist dem Kakao und der Schokolade gewidmet, behandelt aber nicht deren wirkliche Geschichte, sondern transponiert europäische Vorstellungen in das Ambiente Mesoamerikas. Eingebettet ist diese Geschichte in eine Beschreibung der Feldzüge des Hernando Cortés.

Hinweis: Das Programm wird etwa 2 Stunden in Anspruch nehmen.

Der Vortrag ist auf 40 Teilnehmende begrenzt. Bitte melden sie sich verbindlich über das nachfolgende Formular an:

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